Lastverteilungsplan

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update Aktualisiert am: 08.08.2025

  • Ein Lastverteilungsplan ist für Verlader, Fahrer und Halter von LKWs oder Sattelanhängern essenziell, um die korrekte Gewichtsverteilung der Ladung zu gewährleisten

  • Eine gleichmäßige Lastverteilung ist notwendig, um Schäden an Fahrzeug, Mensch und Material zu vermeiden und die zulässige Nutzlast sicher einzuhalten

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Fachtexte von
Ladungssicherungs-Profis

Lastverteilungsplan: Korrektes Beladen von LKW, Sattelzug und Anhänger


Als Verlader, Fahrer oder Halter von LKW oder Sattelanhängern müssen Sie stets über die Gewichtsverteilung Ihrer Ladung Bescheid wissen. Das beste Hilfsmittel hierfür ist ein Lastverteilungsplan, der bei jedem Transport mitgeführt werden sollte. Warum ist ein Plan zur Lastverteilung so wichtig für die Ladungssicherung? Ganz einfach: die zulässige Nutzlast eines LKWs oder Sattelzugs darf nur aufgebracht werden, wenn der Schwerpunkt der Ladung in einem bestimmten Bereich der Ladefläche liegt. Die Ladung muss also möglichst gleichmäßig verteilt sein, andernfalls drohen Schäden für Fahrzeug, Mensch und Material.

Die Folgen falscher Lastverteilung:


  • Weniger Fahrstabilität durch über- oder unterschrittene Achslasten
  • Verringerte Bremsfähigkeit durch verminderte Reifenhaftung
  • Beschleunigte Reifenabnutzung
  • Reifenschäden
  • Überladung von Antriebsachse (Sattelzugmaschine) bzw. Vorderachse (LKW)

Bestimmt wissen Sie aus eigener Erfahrung, dass die gleichmäßige Verteilung der Ladung nicht immer möglich ist: den Ladungsschwerpunkt genau in dem Bereich der Ladefläche zu verorten, in dem das Fahrzeug seine zulässige Nutzlast hat, ist schwierig. Je nach Art des Transportgutes liegt der Ladungsschwerpunkt entweder mehr über dem vorderen oder dem hinteren Bereich der Ladefläche. Je nach Situation fällt die verfügbare Nutzlast dann höher oder geringer aus als die maximal zulässige, denn mehr bzw. weniger Gewicht bedeutet auch ein Über-/Unterschreiten der zulässigen Achslast – und damit ein erhöhtes Unfallrisiko.

Lastverteilungsplan berechnen nach VDI 2700


Damit es nicht zu einer Verringerung der Fahrstabilität oder zu Unfällen durch Reifen- und Achsenschäden kommt, hat der VDI genaue Vorgaben zum Erstellen eines Lastverteilungsplans erarbeitet (VDI 2700 Blatt 4). Im folgenden Teil werden die wichtigsten Informationen der VDI-Vorgaben zusammengefasst. Berechnung eines Lastverteilungsplans:


  • Achslast(en) leer in t
  • Achslast(en) maximal in t
  • Mindestachslast(en) in %
  • Radstände in m
  • Länge der Ladefläche in m
  • Abstand zwischen Vorderachse und Stirnwand in m
  • Abstand zwischen Vorderachse und Hinterachse in m
  • Abstand zwischen mittlerer Achse und Hinterachse in m (falls vorhanden)

Um die oben genannten Daten in Erfahrung zu bringen, prüfen Sie bitte die jeweilige Zulassungsbescheinigung (bis 2005: Fahrzeugschein) des Fahrzeugs oder erkundigen Sie sich beim Hersteller. Achsleergewichte können Sie durch Wiegen selbst ermitteln.

Lastverteilungsplan zur Ladungssicherung verwenden


Nachdem Sie die Basisdaten Ihres Fahrzeugs ermittelt haben, berechnen Sie die mögliche Nutzlast in Abhängigkeit von den jeweils erforderlichen bzw. zulässigen Achslasten an möglichst vielen Stellen der Ladefläche. Danach übertragen Sie die ermittelten Werte als Punkte in eine Zeichnung, die einen vereinfachten Querschnitt Ihres Fahrzeugs darstellt. Notieren Sie darin waagrecht die Länge der Ladefläche in Metern und senkrecht das Ladungsgewicht in kg oder Tonnen. Im Anschluss verbinden sie die Punkte miteinander - und voilá: es entsteht eine graphische Kurve, der sogenannte Lastverteilungsplan. Der Plan zeigt Ihnen die maximale Zuladungsmasse für jeden Punkt entlang der Mittellängsachse der Ladefläche und den jeweiligen Abstand des Ladungsschwerpunktes zur Stirnwand. Merke: Die Ladung muss immer so verteilt werden, dass der Ladungsschwerpunkt innerhalb der Kurven des Lastverteilungsplanes liegt!

Lastverteilung bei symmetrischen Ladung


Wenn es sich um ein symmetrisches Ladungsgut handelt, ist es relativ einfach, die ideale Lage des Ladungsschwerpunktes zu ermitteln. Auf manchen Verpackungen von Ladungsgütern ist sogar oft ein Schwerpunktpunktsymbol abgebildet.   Allerdings sind bei weitem nicht alle Verpackungshersteller so zuvorkommend: in der Regel müssen Sie den Schwerpunkt Ihrer Ladung selbst herausfinden. Der Schwerpunkt einer Ladung auf der Ladefläche darf immer nur dort liegen, wo eine Nutzlast möglich ist, die mindestens genauso hoch ist wie der Ladungsschwerpunkt.


Komplizierter wird es, wenn Sie für den Transport die Ladung verteilen müssen, weil sie aus mehreren Gütern unterschiedlicher Größe besteht. In diesem Fall gilt es, den Gesamtschwerpunkt der Güter zu ermitteln.

Den Gesamtschwerpunkt errechnen Sie mit der Formel:


Sres steht für die Entfernung des Gesamtladungsschwerpunktes von der Stirnwand. M bezeichnet das Gewicht des jeweiligen Ladegutes in Kilogramm oder Tonnen. S bezeichnet den Schwerpunktabstand des jeweiligen Ladegutes zur Stirnwand in Meter.

Beispiel für ideale Beladung


Haben Sie zum Beispiel drei Kisten mit einem Gewicht von 2t, 4t und 5t und der Schwerpunkt der Kisten liegt 1m, 2,5m und 4m hinter der Stirnwand, liegt der Gesamtschwerpunkt der Ladung 2,9m von der Stirnwand entfernt.

Allerdings liegt der errechnete Gesamtschwerpunkt einer Anhänger- oder Sattelzug-Ladung oft nicht im Nutzlastbereich der Ladefläche. Dann hilft nur eines: Sie müssen die einzelnen Ladungsstücke so anordnen, dass deren Gesamtschwerpunkt innerhalb des dafür geeigneten Bereiches der Ladefläche liegt. Um diesen Bereich zu finden, werfen Sie einfach einen Blick in Ihren Lastverteilungsplan. Hinweis: Für jeden Transporter oder Fahrzeugaufbau sollte ein eigener Plan erstellt werden, da die Daten je nach Fahrzeugtyp abweichen.

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