Gerade wenn man im Straßenverkehr unterwegs ist, ist es besonders wichtig, dass die Ladung richtig gesichert ist. Gesichert heißt, durch richtiges Befestigen der Ware, das Verrutschen auf der Ladefläche verhindern. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die am meisten zur Anwendung gebrachten Sicherung von Waren im Transportwesen ist das sogenannte Niederzurrren, welches einen Kraftschluss erreicht. Oft ist auch von "kraftschlüssiger Ladungssicherung" die Rede.

Beispiel Niederzurren durch kraftschlüssige Ladungssicherung

NKraftschluss durch Niederzurren des Ladegutsehmen wir als Beispiel um das Niederzurren zur Ladungssicherung zu verstehen, eine Holzkiste mit sehr empfindlichem Inhalt. Die Holzkiste hat eine Höhe von einem Meter sowie eine Länge von 3 Metern. Der Schwerpunkt der Ware in der Holzkiste liegt jedoch oben. Das Gewicht der Ware ist mit 500 Kg angesetzt. Auch der Boden der Ladefläche ist noch relativ neu. Hier ist ein besonderes Auge auf die Ladungssicherung zu werfen.

Das Niederzurren der Holzkiste beginnt nun mit speziellen Spanngurten, die an einem Ende mit speziellen Verankerungs-Ösen am Boden der Ladefläche verbunden werden. Am anderen Endes des Spanngurtes ist ein Raster-Hebel angebracht. Es wird ein zweiter Spanngurt ohne Rasterverschluss auf der anderen Seite der Holzkiste mit der Verankerungs-Öse am Boden der Ladefläche verbunden. Nun werden beide Spanngurte über der Holzkiste miteinander verbunden. Der Spanngurt ohne Rasterverschluss wird durch den Rasterverschluss des anderen Spanngurtes eingefädelt und solange durchgezogen, bis es von Hand nicht mehr weiter geht. Nun kommt der Hebel am Rasterverschluss zum Einsatz. Der Hebel ist eine Art Verlängerungsarm und bewirkt dadurch, dass beide verbundenen Spanngurte richtig stramm gespannt werden können. Dadurch entsteht immer mehr Druck, der die Holzkiste quasi noch mehr gegen den Ladeflächenboden drückt, um so ein Verrutschen der Holzkiste zu vermeiden. Bei einer solchen Länge der Holzkiste reicht natürlich ein Spanngut zum Niederzurren der Holzkiste nicht aus. Die Holzkiste sollte der Länge und der Breite nach mit der entsprechenden Anzahl von Spanngurten niedergezurrt werden.

Kraftschluss

Damit das Verrutschen der Holzkiste außer dem Niederzurren noch weiter abgesichert wird, ist das Absichern der Holzkiste noch mit Holzbalken zu empfehlen. Die Holzbalken werden direkt, also ohne Zwischenraum zu der Holzkiste mit der Ladefläche verschraubt. Nun ist der Fallschutz abgeschlossen und es kann zumindest theoretisch nichts mehr passieren. Die Holzkiste kann sich weder seitlich verschieben, noch umfallen. Dies ist im Gegensatz zum Kraftschluss oder der kraftschlüssigen Ladungssicherung der sogenannte Formschluss.

Was bedeutet Niederzurren bei der Ladungssicherung?

Der Begriff Niederzurren spielt bei der kraftschlüssigen Ladungssicherung eine große Rolle. Aber was bedeutet er eigentlich genau? Vereinfacht ausgedrückt wird mit dieser Methode eine Erhöhung der Reibungskraft zwischen Ladegut und Ladefläche erreicht. Mithilfe von verschiedenen Zurrmitteln wird das Ladegut also quasi gegen die Lagefläche gepresst, so dass ein Verrutschen, Umfallen oder Herunterfallen unmöglich wird. Das Niederzurren ist in der Ladungssicherung weit verbreitet, denn es lässt sich in der Regel schnell und einfach durchführen. Wird die Ladung vorschriftsmäßig und korrekt verzurrt, ist sie nach allen Seiten optimal gesichert. Wann dies der Fall ist, hängt jedoch im Wesentlichen von der eingebrachten Vorspannkraft ab. Hier kann dann beispielsweise ein mobiles Vorspannmessgerät sehr hilfreich sein.

Grundsätzlich müssen sämtliche Zurrmittel auf beiden Seiten der Ladeflächen an geeigneten Zurrpunkten befestigt werden. Außerdem muss immer eine Verbindung zwischen dem Ladegut und der Ladefläche bestehen.

Die korrekte Ladungssicherung durch Niederzurren

Wie schon erwähnt, wird die zu sichernde Ladung beim Niederzurren mit verschiedenen Zurrmitteln überspannt, um einen Kraftschluss zu erreichen. Im Idealfall weisen die jeweiligen Ratschen immer abwechselnd nach rechts und nach links, außerdem sollte die Vorspannkraft an sämtlichen Überspannungen immer gleich groß sein. Oftmals werden dabei auch Gurt- oder Kantenschoner verwendet, damit der Reibungsverlust möglichst gering gehalten wird. Zusätzlich erhöhen solche Kantenschoner die Lebensdauer eines Gurtes. Selbstverständlich müssen alle Zurrgurte auf die jeweils zulässige Zugkraft der Zurrpunkte abgestimmt werden. Beim Niederzurren handelt es sich zudem um eine kraftschlüssige Sicherung der Ladung. Das Ladegut wird also nicht festgebunden, sondern durch die entsprechenden Zurrmittel lediglich stark hinuntergedrückt, so dass es im Prinzip künstlich schwerer gemacht wird. Dadurch erhöht sich der prozentuale Reibbeiwert auf das vermeintlich neue Ladungsgewicht.

Worauf unbedingt geachtet werden sollte

In der Ladungssicherung wird das Niederzurren sehr oft angewendet. Beim Güterstraßentransport ist diese Methode sogar nach wie vor die häufigste Zurrart, da sie relativ einfach gehandhabt werden kann. Doch auch hier sollte sich niemals eine gewisse Routine einschleichen, da Flüchtigkeitsfehler aus Unachtsamkeit dann bereits vorprogrammiert sind. Jeder Mitarbeiter, der sich mit dem Niederzurren beschäftigt, muss die jeweilige Zurrmittelspannung regelmäßig und sehr sorgfältig kontrollieren. Ein Nachspannen kann unter Umständen erforderlich sein, wer dies nicht tut, riskiert womöglich Gefahrensituationen. Außerdem ganz wichtig: Ladefläche und auch die Ladegüter müssen selbstverständlich frei von Schmutz, Eis und Öl sein, da ansonsten eine ordnungsgemäße Ladungssicherung nicht gewährleistet werden kann. Nach Möglichkeit sollten zudem vorhandene Bordwände genutzt werden, auftretende Beschleunigungs- beziehungsweise Verzögerungskräfte müssen durch die Ladungssicherung jederzeit aufgefangen werden können. Sind alle Voraussetzungen erfüllt und wurden ausschließlich geeignete und sehr hochwertige Zurrmittel verwendet, gilt diese Methode im Allgemeinen als sehr sicher.

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