Archiv für den Monat: November 2019

  • Warum eine Antirutschmatte kein Kantenschutz ist

    Antirutschmatten sind grundsätzlich dafür bestimmt, flach im Winkel von 180° unter dem Ladegut verlegt zu werden, um ein Verrutschen der Ladung bei Brems- oder Ausweichmanövern zu verhindern. Die Belastung der Matte bei korrekter Anwendung findet somit gleichmäßig  von oben statt.

    Kantenschützer werden bei der Ladungssicherung auf Kanten mit verschiedenen Winkeln platziert, um entweder das Gurtband eines Zurrgurts vor scharfkantiger Ladung zu schützen oder um empfindliche Güter vor den hohen Vorspannkräften eines Zurrgurts zu schützen. Oft handelt es sich um 90°-Winkel . Palettierte Verpackungen etwa aus Karton drohen beim Transport, Hebevorgang und Verladevorgang beschädigt zu werden, wenn scharfe Kanten nicht mit Kantenschutz (Kantenschutzwinkel, Kantenschutzleisten, Kantenschutzprofilen) geschützt werden. Der Einsatz von Kantenschutz bei der Ladungssicherung ist daher bei gewissen Ladungssituationen in Verordnungen und Normen vorgeschrieben.

    Bei der Verwendung von Antirutschmatten als Kantenschützer werden diese Kräften ausgesetzt, für die sie nicht vorgesehen sind. Das Resultat ist, dass selbst dicke Matten mit Stärken von mehr als 8 mm erst bröseln und später auseinanderbrechen. Das ist weder nachhaltig, noch auf Dauer kostengünstig. Zudem verhindert die rutschhemmende Wirkung von Antirutschmatten, dass sich die Vorspannkraft des Gurtes gleichmäßig verteilen kann, wodurch die Ladung nicht mehr optimal gesichert ist. Die zuvor genannten Verordnungen und Normen zählen außerdem Antirutschmatten nicht als zugelassenen Kantenschutz auf, was bei Nichtbeachtung zu Bußgeldern nach Kontrollen führen kann. Investieren Sie lieber in einen wiederverwendbaren und widerstandsfähigen Kantenschutz aus Kunststoff oder Thermoplastik,  um Ihr Ladegut dauerhaft und rechtmäßig zu sichern.

  • Arbeitsschutz in der Ladungssicherung

    Um Anfahrunfälle mit Gabelstaplern oder mit anderen Flurförderzeugen zu vermeiden, müssen alle Mitarbeiter, auch LKW-Fahrer, persönliche Schutzausrüstungen wie zum Beispiel Warnwesten tragen. Zusätzlich ist es wichtig, bei Verladearbeiten und bei der Ladungssicherung mit Spanngurten und Antirutschmatten, immer Handschuhe und Sicherheitsschuhe zu tragen.

    Betriebsanweisungen zum Thema Arbeitsschutz sollten in den entsprechenden Abteilungen aushängen. Sie regeln, wo genau die persönliche Schutzausrüstung getragen werden muss. Zudem enthalten sie Informationen, wie sie sich bei Unfällen oder Störungen zu verhalten haben. Die Mitarbeiter müssen regelmäßig in Sachen Arbeitsschutz unterwiesen werden; die Teilnahme an diesen Unterweisungen ist mit Unterschrift zu bestätigen und sollte anschließend in die Personalakte einfließen.

    Darüber hinaus müssen Mitarbeiter, die für die Ladungssicherung verantwortlich sind, alle drei Jahre während einer Schulungsmaßnahme weiterqualifiziert werden. Hierbei werden physikalische Grundlagen und praktische Inhalte vermittelt.

    Um eine sichere Be- und Entladung zu gewährleisten, ist es wichtig, dass Fluchtwege, Notausgänge und Verkehrswege jederzeit frei zugänglich sind. Diese dürfen nicht mit LKWs, Kleintransportern, Gabelstaplern, Paletten oder mit sonstigen Gegenständen zugestellt sein. Alle Flächen, auf denen Flurförderzeuge im Einsatz sind, müssen mit min. 100 Lux Beleuchtungsstärke komplett ausgeleuchtet sein, damit auch bei Dunkelheit ein sicheres Arbeiten sichergestellt werden kann. Laderampen müssen über eine Treppe leicht begehbar und an Stellen, die nicht zur Be- und Entladung gedacht sind, mit einem Geländer abgesichert sein. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass Verkehrswege, Arbeitsflächen und Ladeflächen sauber und ordentlich sind und keine Löcher, Risse, Kanten oder Stolperstellen aufweisen. Jegliche Fahrzeuge sind nach dem Abstellen gegen Wegrollen, mit einem Radkeil, zu sichern. Es muss auf Schildern geregelt sein, an welcher Stelle sich Fahrer und Spediteure melden müssen, wenn sie Ware liefern oder abholen sollen. Das Springen von LKW-Ladeflächen ist verboten. Leiter und Tritte sind zu verwenden.

    Für Fahrer von Fremdfirmen müssen die Sicherheitsvorschriften zur genauen Schutzausrüstung und zum Verhalten auf dem Gelände auf Schildern deutlich sein. Da auch oftmals ausländische Fahrer in den Speditionen beschäftigt werden, ist es sinnvoll die Aushänge in verschiedenen Sprachen anzufertigen und mit selbsterklärenden Piktogrammen und Bildern zu arbeiten.

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